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THL Hochwasser in Detmold

"Werre ergoß sich in den Meschesee: Rund 200 Helfer pausenlos im Einsatz - Große Gefahr für Lage" / "Schutzwall weggespült" / "Dank für den Einsatz der vielen Helfer" / "Wettlauf gegen die Zeit: Flutwelle bedrohte Lage" / "Alarmeinsatz für 180 Helfer in Lippe: Dammbruch am Meschesee" / "Kreisweit Katastrophenstimmung: Dauereinsatz für Hilfskräfte" / "Keine Pause für die Helfer" / "Nur knapp an der Katastrophe vorbei" / "Politikerlob für die Hilfskräfte"

Dies sind nur einige der zahlreichen Schlagzeilen in den lippischen und überregionalen Zeitungen Ende Oktober bis Anfang November. Nach schweren Regenfällen traten in Lippe am 28. Oktober 1998 zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer und sorgten für Überschwemmungen in vielen Orten Lippes, so auch in Detmold. Fünf Tage lang waren die Helfer des OV Detmold zusammen mit Kameraden aller anderen OV des GFB Bielefeld sowie vielen Helfern von Feuerwehr, DRK, Polizei und städtischen Bediensteten im Einsatz.

 

Am 28. waren die Ortsverbände Detmold, Lemgo, Bielefeld und Gütersloh in Detmold und anderen Städten Lippes im Einsatz, um Keller leerzupumpen sowie Sandsäcke zu füllen und zu transportieren. Die Wasserschaden/Pumpengruppe des OV Detmold wurde hier besonders an Großobjekten eingesetzt, der Pumpeinsatz dieser Gruppe dauerte bis zum Mittag des 29. Oktober. Zusammen mit den Kameraden der Feuerwehr sowie zahlreichen Bediensteten der Städte und Gemeinden wurden Stunde um Stunde Sandsäcke gefüllt und an die Bürger ausgegeben bzw. an besondere Gefahrenstellen transportiert.

Mehr als 600 Helferstunden wurden von den Detmolder THW-Helfern allein an diesen beiden Tagen geleistet.

 

Nachdem sich die Lage zunächst entspannt hatte, wurde der Ortsverband Detmold am Morgen des 30. Oktober erneut alarmiert. Rundstrohballen waren in einen Bach geraten, trieben auf ein Wehr zu und drohten dies zu verstopfen, was unweigerlich zu einer Überschwemmung geführt hätte. Mittels Fahrzeugseilwinde und Greifzügen wurde mit der Bergung der Strohballen begonnen. Einige Baumstämme, die vor eine Brücke getrieben worden waren, wurden auch beseitigt. Gegen Mittag wurde auch wieder mit dem Füllen von Sandsäcken begonnen.

Am Abend, etwa 150 Helferstunden später, wurden die Einsätze wiederum beendet.

 

Der Samstag, 31. Oktober, begann mit dem Beseitigen eines umgefallenen Baumes in einem Bach. Direkt daran anschließend wurde der Detmolder Feuerwehr, die in diesen Minuten den Auftrag zum Fällen von Bäumen am Meschesee erhalten hatte, Unterstützung angeboten, was auch angenommen wurde. Daraufhin halfen einige THW-Helfer beim Baumfällen. Währenddessen spitzte sich die Lage wiederum so sehr zu, daß in Detmold zahlreiche THW-Helfer für das Füllen und Transportieren von Sandsäcken angefordert wurden. Der dann folgende Einsatz, der alle Ortsverbände des GFB Bielefeld für zwei Tage beschäftigte, wurde in der Lippischen Rundschau wie folgt umschrieben: "

... Seit Samstag morgen sind Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Einsatz, um am acht Hektar großen Meschesee in Detmold ein 30 Meter langes Loch des nördlichen Dammes zu füllen. Der Dammbruch war durch das Hochwasser der Werre ausgelöst worden, die normalerweise um den See herumfließt. 160.000 Kubikmeter Wasser strömten hinein. Es bestand die Gefahr eines Dammbruches am anderen Ende des Sees. Die dann abfließende Wassermenge hätte eine Flutwelle ausgelöst und im Unterlauf der Werre - vor allem Lage - zu starken Überflutungen geführt ...

"

 

 

Das THW übernahm während dieses Einsatzes vor allem folgende Aufgaben: Füllen, Transportieren und Verlegen von Sandsäcken; Transportieren von Baumaterial; Logistik (Verpflegung und Treibstoff) für alle eingesetzten Einheiten (Fw und THW); Fällen von Bäumen; Bergen von Treibgut mittels Boot; Ausleuchten der Einsatzstelle; Führen der eingesetzten THW-Einheiten; Bauen einer erweiterten Zuwegung zur Einsatzstelle; Diverse Zusatzarbeiten für alle eingesetzten Einheiten unter Einsatz verschiedener Fachgruppen

 

Drei Fachberater sorgten rund um die Uhr an verschiedenen Stellen für direkten Kontakt zu den Anforderern. Die Fachgruppe Führung/Kommunikation, der Detmolder OV-Stab sowie Vertreter des GFB Bielefeld koordinierten von der Detmolder Unterkunft (nur zwei Kilometer von der Haupt-Einsatzstelle entfernt) aus die Arbeit der eingesetzten THW-Einheiten. Unterstützt wurden Sie dabei auch von der Bezirksregierung Detmold.

 

Die gute Zusammenarbeit zwischen THW, Feuerwehr und allen anderen Beteiligten wurde u.a. auch von Oberkreisdirektor Kauther gewürdigt. Aber auch Vertreter von THW und Feuerwehr waren mit der tollen Zusammenarbeit sehr zufrieden.

 

Vom THW waren im Einsatz:

 

OV Detmold:

Bergungsgruppen des 1. und des 2. Technischen Zuges, FGr Wasserschaden/Pumpen, FGr Führung/Kommunikation, OV-Stab

 

OV Lemgo:

Bergungsgruppen des Technischen Zuges, Fachberater

 

OV Bielefeld:

Bergungsgruppen des 1. und des 2. Technischen Zuges, FGr Räumen, Fachberater

 

OV Gütersloh:

FGr Logistik

 

OV Halle:

FGr Elektroversorgung

 

OV Bünde:

FGr Räumen

 

OV Lübbecke:

MLW II, Fachberater

 

OV Minden:

FGr Wassergefahren, Fachberater

 

OV Vlotho:

FGr Wassergefahren

 

OV Herford:

Rufbereitschaft Technischer Zug

 

OV Hameln (GFB Hannover / Niedersachsen):

MLW I

 

 

Ein besonders schöner Beitrag, ein Offener Brief, der unmittelbar in Zusammenhang mit diesem Einsatz steht, aber auch allgemein gültig ist, erschien in Lippe aktuell am 4. November 1998:

 

 

Liebe Schau-Lustige

 

 

ja, stimmt, das war schon irgendwie brutal lustig, dabei zuzuschauen, wie sich Menschen das Wochenende um die Ohren hauen, ihre Familien zu Hause sitzen lassen, um zwei Tage lang ihren Beitrag zu leisten, damit die Stadt Lage nicht von den Wassermassen des Meschesees erreicht wird. Und was soll man bei dem Regenwetter auch sonst machen? Immer nur Fernsehen ist ja auch langweilig. Da stellen Sie sich einfach an die Bahngleise oder gehen über die enge LKW-Zufahrt, in die die Fahrer nur rückwärts fahren konnten, um zum Dammbruch zu gelangen.

Katastrophe live - und Sie waren dabei. Zum Glück hatten Sie die Gummistiefel zu Hause gelassen, wer weiß, vielleicht hätten Sie sonst ein bißchen mithelfen können. Denn die ehrenamtlichen Helfer von der Feuerwehr und vom Technischen Hilfswerk sind in Sachen Wasserschutz ja auch nicht die ausgebufften Vollprofis. Aber sie leisten immer wieder, und in diesen Tagen ganz besonders, eine ungemein wertvolle Arbeit für die Gemeinschaft. Und die zahlreichen LKW-, Bagger- und Raupenfahrer mußten auch aus dem Wochenende geholt werden, um tausende Tonnen Schotter heranzukarren. Dabei hätte zumindest ein Fahrer das Wochenende auch gut dazu nutzen können, seinen eigenen Keller vom Hochwasser zu befreien.

Mensch, Schau-Lustige, wenn Sie wenigstens Kaffee, Kuchen oder etwas anderes zu essen mitgebracht hätten. So als Zeichen der Verbundenheit. Aber Sie wollten einfach nur glotzen.

Ach, Schau-Lustige, bei Licht betrachtet, ist das alles gar nicht so lustig, was Sie sehen. Schlimmer: Sie beim Schauen zu sehen, ist eher ziemlich traurig. Aber: wissen Sie was? Die Freiwillige Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und andere Organisationen können immer neue Mitglieder und damit neue Helfer gebrauchen. Sogar dringend, um die anderen etwas zu entlasten. Machen Sie doch einfach mit: Dann sind Sie auch immer live dabei, wenn etwas los ist. Und mit anpacken können Sie auch. Und: Sie stehen nicht absolut dämlich in der Gegend herum und behindern die Arbeit der anderen.

 

 

Detlef Passeick

 

 


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